Open-Source-Intelligence
Open-Source-Intelligence (OSINT) bezeichnet die systematische Analyse öffentlich zugänglicher Quellen zur Identifikation von Risikofaktoren. Truvali scannt kontinuierlich die von Ihnen definierten Nachrichtenquellen und markiert Personen sowie Unternehmen in negativen Kontexten, noch bevor diese auf offiziellen Sanktionslisten erscheinen.
Die Kosten des Wartens auf offizielle Listen
Wenn Ermittlungen gegen eine Person eingeleitet werden, gelangt diese Information meist lange vor den offiziellen Sanktionslisten an die Öffentlichkeit. Ein Institut, das sich ausschließlich auf diese Listen verlässt, erfährt oft erst Monate nach dem Vorfall von dem Risiko. In dieser Zwischenzeit können Konten eröffnet und Transaktionen durchgeführt werden, wodurch das Institut unwissentlich Risiken eingeht.
OSINT schließt diese Lücke. Das Ziel ist nicht, offizielle Listen zu ersetzen, sondern die Zeitspanne bis zu deren Aktualisierung zu überbrücken.
Sie bestimmen die Quellen
Sie legen fest, welche Quellen Truvali analysieren soll:
- Lokale und nationale Medien.
- Branchenberichte und regulatorische Bekanntmachungen.
- RSS-Feeds und Blogs.
- Eigene, institutsspezifische Überwachungsquellen.
Diese Quellen werden rund um die Uhr gescannt. Die Quellenliste lässt sich flexibel an das Risikoprofil Ihres Instituts anpassen – beispielsweise durch die gezielte Überwachung der Lokalpresse in Ihren Geschäftsregionen.
Kontextanalyse
Die bloße Erwähnung eines Namens in den Medien stellt noch kein Risiko dar. Entscheidend ist der Kontext. Truvali analysiert die Bedeutung von Sätzen und unterscheidet unter anderem folgende Kontexte:
- Illegale Glücksspielaktivitäten, Wetten und Casino-Verbindungen.
- Vorwürfe des schweren Betrugs und der organisierten Kriminalität.
- Verdacht auf schwere Straftaten.
- Berichte über regulatorische Sanktionen und Bußgelder.
Um Verwechslungen zwischen Ihren Kunden und namensgleichen Personen in den Medien zu vermeiden, wird der Abgleich unter Einbeziehung weiterer vorliegender Identitätsdaten bewertet.
Welchen Nutzen haben die Erkenntnisse?
Ein Profil, das in einem negativen Kontext erscheint, wird in Ihrer Datenbank als hohes Risiko oder als PEP markiert. Diese Kennzeichnung ist kein passiver Vermerk:
- Bei Bestandskunden wird der Risikoscore neu berechnet und ein Alert generiert.
- Bei Neuanträgen können zusätzliche Verifizierungsschritte oder Video-Ident-Verfahren im Onboarding-Prozess ausgelöst werden.
- In Transaktionsüberwachungsszenarien können für dieses Profil angepasste Schwellenwerte angewendet werden.
Jeder Befund wird zusammen mit der Quelle und dem Datum des zugrunde liegenden Berichts gespeichert. Compliance-Beauftragte können Entscheidungen somit lückenlos begründen und bei Audits nachweisen.
Überwachung regulatorischer Änderungen
Dieselbe Technologie lässt sich auch auf regulatorischer Ebene einsetzen. Bekanntmachungen von Behörden wie SPK, MASAK, BDDK sowie das türkische Amtsblatt (Resmî Gazete) werden überwacht. Bei neuen Vorschriften markiert das System diese und schlägt Anpassungen für betroffene Regeln und Richtlinien vor.
Vorteile für Ihr Institut
- Erkennung von Risiken, noch bevor diese auf offiziellen Listen erscheinen.
- Volle Kontrolle über die Auswahl der überwachten Quellen.
- Revisionssichere Speicherung aller Befunde inklusive Quelle für Audits.
- Die Analyse erfolgt intern; Kundennamen werden nicht an externe Dienste übermittelt.
Häufige Fragen
- Unterscheidet sich OSINT vom klassischen Adverse Media Screening?
- Beide Ansätze sind eng miteinander verwandt. Adverse Media Screening basiert in der Regel auf vorkonfigurierten Inhalten von Datenanbietern. Bei OSINT definiert das Institut die Quellen selbst, sodass auch lokale Medien und Branchenberichte überwacht werden können, die in Standard-Datenpaketen oft fehlen.
- Besteht das Risiko einer Verwechslung mit namensgleichen Personen?
- Der Abgleich basiert nicht allein auf dem Namen, sondern bezieht weitere vorliegende Identitätsdaten mit ein. Die Ergebnisse werden mit einem Score versehen. Da jeder Befund direkt mit dem Quellartikel verknüpft ist, können Compliance-Beauftragte die Treffer zudem manuell verifizieren.
- Führt ein Medienbefund automatisch zu einer Transaktionsblockade?
- Das Institut kann dies so konfigurieren. Standardmäßig wird das Profil jedoch als hohes Risiko markiert und ein Alert zur manuellen Überprüfung generiert. Die endgültige Entscheidung hängt von den individuellen Regeln und Szenarien des Instituts ab.