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Was ist Sanctions Screening?

Sanctions Screening ist weit mehr als der bloße Abgleich eines Namens mit einer Liste. Die Nutzung aktueller Daten, Fuzzy Matching, zusätzliche Identifikationsfelder, Ongoing Monitoring und ein strukturiertes Case Management sind wesentliche Bestandteile dieses Prozesses. Truvali führt globale und interne Listen, PEP- und Adverse Media-Prüfungen sowie Fuzzy Matching und Ongoing Monitoring in einer einheitlichen Struktur zusammen. Durch die Überführung potenzieller Treffer in Alert- und Case-Workflows unterstützt die Lösung Compliance-Teams dabei, fundierte Entscheidungen auf Basis klarer Begr

Was ist Sanctions Screening?

Was passiert, wenn der Name, den ein Kunde bei der Kontoeröffnung angibt, Ähnlichkeiten mit einer Person auf einer offiziellen Sanktionsliste aufweist? Wird die Transaktion sofort abgelehnt, der Kunde als Risikokunde eingestuft oder eine detailliertere Prüfung eingeleitet?

Sanctions Screening bezeichnet den Abgleich von Kunden-, Unternehmens- und Gegenparteidaten mit nationalen und internationalen Sanktionslisten. Ziel ist es, potenzielle Übereinstimmungen mit sanktionierten Personen, Unternehmen, Organisationen, Schiffen oder anderen Einträgen so früh wie möglich zu erkennen.

Dieser Prozess findet nicht nur beim Onboarding statt. Auch Empfänger und Sender von Transaktionen, Gesellschafter, UBO-Daten und der bestehende Kundenbestand können in regelmäßigen Abständen erneut überprüft werden.

Die Hauptaufgabe des Sanctions Screening besteht nicht darin, pauschal „Name ähnlich, Transaktion stoppen“ zu melden. Das System zeigt potenzielle Treffer auf; ob es sich um eine tatsächliche Übereinstimmung handelt, wird anhand weiterer Identifikationsdaten und im Rahmen des internen Prüfungsprozesses des Instituts bewertet.

Warum ist Sanctions Screening notwendig?

Sanktionslisten sind dynamisch. Neue Personen und Unternehmen werden hinzugefügt, bestehende Einträge aktualisiert oder von den Listen entfernt.

Das OFAC veröffentlicht die SDN-Liste und andere Sanktionslisten in stets aktueller Form. Das eigene Suchsystem des OFAC nutzt im Namensfeld Fuzzy Logic, um Schreibvarianten zu erfassen.

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen veröffentlicht die von Sanktionsmaßnahmen betroffenen Personen und Organisationen in der Consolidated List. Diese Einträge enthalten neben den Namen oft auch alternative Schreibweisen, frühere Namen, Adressen und weitere Informationen, die bei der eindeutigen Identifizierung helfen.

Im Vereinigten Königreich werden Sanktionsziele über die UK Sanctions List nachverfolgt. Diese Liste kann neben Personen auch Unternehmen, Organisationen und bei bestimmten Sanktionsarten auch Schiffe umfassen.

Daher bedeutet ein ausbleibender Treffer bei der Erstprüfung nicht, dass es auch in Zukunft keine Übereinstimmung geben wird.

Wie funktioniert Sanctions Screening?

Der Prozess läuft im Wesentlichen in vier Schritten ab.

1. Erfassung der zu prüfenden Daten

Die Prüfung erfolgt nicht nur anhand des Vor- und Nachnamens. Je nach Datenlage können folgende Informationen herangezogen werden:

Findet sich beispielsweise ein Eintrag, der dem Namen „Anthony Black“ ähnelt, reicht dies allein nicht aus. Weichen Felder wie Geburtsdatum, Land, Passdaten und Adresse ab, handelt es sich wahrscheinlich um ein False Positive.

2. Abgleich der Daten mit Sanktionslisten

Die Kunden- oder Gegenparteidaten werden mit den vom Institut überwachten offiziellen Sanktionsquellen und gegebenenfalls eigenen internen Listen abgeglichen.

Derselbe Name kann in verschiedenen Sprachen oder Schreibweisen auftreten:

Ein System, das auf exakten Übereinstimmungen basiert, könnte einige dieser Varianten übersehen. Aus diesem Grund nutzen Sanctions Screening-Systeme in der Regel Fuzzy Matching.

Fuzzy Matching analysiert Buchstaben-, Laut- und Schreibähnlichkeiten, um auch bei nicht exakt übereinstimmenden Namen potenzielle Treffer zu generieren. Ist die Toleranzgrenze jedoch zu hoch eingestellt, kann dies zu einer Vielzahl von False Positives führen.

3. Generierung von Match-Score und Begründung

Wenn das System einen ähnlichen Eintrag findet, sollte es nicht nur das Ergebnis „Treffer“ ausgeben. Für das Compliance-Team müssen folgende Informationen ersichtlich sein:

Diese Details erleichtern es, zwischen einem echten Treffer und einer bloßen Namensähnlichkeit zu unterscheiden.

4. Überführung des Ergebnisses in den Prüfungsprozess

Das Vorliegen eines potenziellen Treffers bedeutet nicht automatisch, dass die Person tatsächlich unter Sanktionen steht.

Je nach Richtlinie des Instituts kann das Ergebnis:

Die endgültige Maßnahme richtet sich nach den regulatorischen Vorgaben, denen das Institut unterliegt, der Art des Treffers und der eigenen Risikopolitik.

Ist Sanctions Screening das Gleiche wie PEP Screening?

Nein.

Sanctions Screening konzentriert sich auf die Identifizierung von Personen und Unternehmen, die auf Sanktionslisten stehen.

PEP Screening dient der Identifizierung von politisch exponierten Personen, deren unmittelbaren Familienmitgliedern und ihnen nahestehenden Personen.

Dass eine Person ein PEP ist, bedeutet weder, dass sie sanktioniert ist, noch, dass sie eine Straftat begangen hat. Aufgrund ihrer Funktion und Verbindungen kann jedoch eine detailliertere Risikobewertung oder ein Ongoing Monitoring erforderlich sein.

Adverse Media Screening wiederum durchsucht vertrauenswürdige, öffentlich zugängliche Quellen nach negativer Berichterstattung über eine Person oder ein Unternehmen.

Kurz gesagt:

Diese Prüfungen können kombiniert eingesetzt werden, ihre Ergebnisse müssen jedoch separat bewertet werden.

Warum ist Ongoing Monitoring wichtig?

Wenn die Sanktionsprüfung nur beim Onboarding des Kunden durchgeführt wird, entsteht eine erhebliche Sicherheitslücke.

Eine Person, die heute auf keiner Liste steht, kann morgen durch einen neuen Sanktionsbeschluss hinzugefügt werden. Wenn ein Institut seinen bestehenden Kundenstamm nicht erneut überprüft, bleibt diese Änderung unbemerkt.

Ongoing Monitoring bezeichnet die regelmäßige Überprüfung des Kundenstamms gegen aktualisierte Listen.

In diesem Prozess werden:

Warum entstehen bei Sanctions Screening False Positives?

Identische oder ähnliche Namen bei unterschiedlichen Personen sind eine der häufigsten Ursachen für False Positives.

Beispielsweise kann der Name des Kunden mit dem eines Listeneintrags übereinstimmen, obwohl:

Wenn ein System ausschließlich Namen abgleicht, kann dies zu einer Flut unnötiger Alerts für das Compliance-Team führen.

Um False Positives zu reduzieren, sollten neben der Namensähnlichkeit möglichst viele weitere Identifikationsfelder herangezogen werden. Gleichzeitig kann ein zu eng gewählter Match-Threshold dazu führen, dass tatsächliche Treffer übersehen werden.

Das Ziel besteht nicht darin, die maximale Anzahl an Alarmen zu erzeugen, sondern die tatsächlich prüfungsrelevanten Treffer mit fundierten Begründungen hervorzuheben.

Wie stiftet Truvali einen Mehrwert im Sanctions Screening?

Der Ansatz von Truvali im Bereich Sanctions Screening geht weit über den bloßen Abgleich von Namen mit einer einzelnen Liste hinaus.

Berücksichtigung von Schreibvarianten durch Fuzzy Matching

Auch Einträge, die aufgrund von Buchstaben- oder Lautabweichungen nicht exakt übereinstimmen, können überprüft werden. Dadurch lassen sich Risiken minimieren, die durch unterschiedliche Alphabete, Schreibweisen oder Transkriptionen entstehen.

Zusammenführung offizieller und institutseigener Listen in einer Struktur

Neben globalen Sanktionsquellen können auch institutseigene Blacklists, PEP-Listen, Adverse Media oder interne Watchlists in den Screening-Prozess integriert werden.

Kontinuierliche Überprüfung des Kundenbestands durch Ongoing Monitoring

Personen, die beim Onboarding keinen Treffer erzielt haben, werden bei Aktualisierungen der Listen erneut überprüft. Dadurch bleibt das Screening kein einmaliger Vorgang beim Onboarding, sondern wird zu einem kontinuierlichen Prozess.

Verknüpfung von Adverse Media-Ergebnissen mit der Risikobewertung

Truvali unterstützt neben offiziellen Listen auch die Integration von Ergebnissen aus Open-Source- und Medienrecherchen in interne Listen. Auf diese Weise können Institute maßgeschneiderte Watchlists erstellen, die ihrer individuellen Risikopolitik entsprechen.

Überführung von Treffern in das Case Management

Ein potenzieller Treffer wird nicht nur auf dem Bildschirm angezeigt. Durch die Erstellung eines Alerts oder Cases können Prüfungsschritte, Begründungen, Dokumente und Entscheidungen lückenlos dokumentiert werden.

Diese Struktur ermöglicht es Compliance-Teams, einen geordneten Prüfungsprozess zu durchlaufen, anstatt lediglich die Information „Name ähnlich“ zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wird Sanctions Screening nur beim Onboarding durchgeführt?

Nein. Es kann beim Onboarding, während einer Transaktion oder im Rahmen der periodischen Überprüfung des bestehenden Kundenbestands eingesetzt werden.

Reicht eine Namensähnlichkeit auf einer Sanktionsliste aus, um eine Transaktion zu stoppen?

Nicht immer. Eine Namensähnlichkeit muss im Kontext mit anderen Identifikationsdaten bewertet werden. Die endgültige Maßnahme hängt von der Risikobewertung des Instituts und den jeweiligen regulatorischen Verpflichtungen ab.

Was ist Fuzzy Matching?

Fuzzy Matching ist eine Abgleichsmethode, mit der ähnliche, aber nicht identische Namen identifiziert werden können. Sie ermöglicht die Berücksichtigung von Tippfehlern, unterschiedlichen Alphabeten und Namensvarianten.

Ist Sanctions Screening das Gleiche wie Adverse Media Screening?

Nein. Sanctions Screening prüft offizielle Sanktionslisten, während Adverse Media Screening negative Berichterstattung und öffentlich zugängliche Quellen über eine Person oder ein Unternehmen analysiert.

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